Geschichte des Widerstandes gegen die Air Base Ramstein

Beginn regionaler Aktivitäten in 2004

Wolfgang Jung (verstorben 2024) veröffentlichte von 2004 bis 2021 in Form von PDF-Dateien aktuelle Informationen über die US-Aktivitäten in Ramstein und der Militärregion Westpfalz sowie über globale Aktivitäten des US-Militärs. Dieses erfolgte überwiegend durch Auswertung US-amerikanischer Quellen mit eigener Übersetzung (z.B. „Stars & Stripes“).

Mit dem Ausbau der US-Standorte Ramstein und Spangdahlem Anfang der Nuller Jahre (siehe Zeittafel) gab es auch erste Initiativen in der Westpfalz mit Überlegungen und Konzepten für eine Konversion zur Schaffung von zivilen Arbeitsplätzen.

Bundesweite Impulse durch Mahnwachen in 2014

Als Reaktion auf den Ukrainekonflikt im Frühjahr 2014 entwickelte sich die bundesweite Mahnwachenbewegung. Zu den dabei aufgetretenen Kontroversen siehe z.B. den Artikel von Pedram Shayar:
https://internetz-zeitung.eu/4619-krieg-und-frieden-in-der-linkspartei-die-causa-ken-jebsen

Mit der Aktion Friedenswinter 2014-2015 erfolgte der erste Versuch, die dezentralen Mahnwachen mit friedenspolitisch eindeutiger Programmatik bundesweit koordiniert zusammen zu bringen. Haupt-Protagonist war dabei neben dem bereits bei den Mahnwachen maßgebenden Aktivisten Pedram Shayar als Vertreter der „alten“ Friedensbewegung Reiner Braun. Beide zusammen recherchierten nach dem „Friedenswinter“ über weitere Formen von bundesweiten Aktivitäten. Dabei geriet die Air Base Ramstein in den Fokus.

2013 hatte der Whistleblower Edward Snowden nicht nur die Massenüberwachung und Spionagepraktiken der NSA enthüllt, sondern auch mit seinen Enthüllungen zur Rolle der Air Base Ramstein mit der dort seit 2011 aufgebauten Satelliten-Relaisstation. Bereits vorher erschien eine Ausgabe der Luftpost mit dem Titel: „Was hat die US-Air Base Ramstein in der Westpfalz mit dem völkerrechtswidrigen Drohnen-Krieg der USA im Mittleren Osten und in Afrika zu tun?“ (https://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP06013_080513.pdf) Die Rolle der SATCOM-Relais-Station auf der Air Base Ramstein wurde mehrere Wochen später vom TV-Magazin Panorama und der Süddeutschen Zeitung bestätigt. Ergänzt wurde dieses durch die Enthüllungen des früheren Drohnenpiloten Brandon Bryant.

2015: Bundesweiter Aufruf und erste Aktionen

  • Öffentlichkeitsarbeit: Ramstein-Zeitung Nr. 1 (Aug.) und Ramstein-Zeitung Nr. 2 (Nov.)
  • Öffentliche Aktionen mit mehreren Auftaktveranstaltungen und zentraler Abschlusskundgebung
  • Abendveranstaltung in Kaiserslautern
  • erstes provisorisches Camp wurde auf dem Campingplatz Gänsedell in Otterberg

2016: Menschenkette und volle Aktionswochen

Öffentlichkeitsarbeit: Feb.: Ramstein-Zeitung Nr. 3 – Juli: Ramstein-Zeitung Nr. 4 – A5-Broschüre Selbstdarstellung der Kampagne

Öffentliche Aktionen

  • Aktionswoche vom 9. bis 12. Juni
  • Mehrere Auftaktveranstaltungen und zentrale Abschlusskundgebung
  • Steigerung gegenüber Vorjahr von 1500 auf 5000 Teilnehmer
  • Abendveranstaltung in Kaiserslautern
  • erstes „richtiges“ Friedenscamp in Steinwenden

2017: Erfolg trotz Diffamierungskampagne

Öffentlichkeitsarbeit mit Ramstein-Zeitung Nr. 5 (April) und Nr. 6 (Juli)

Aktionswoche vom 3.9. bis 9.9.2017

  • Demo mit 5.000 Teilnehmern und Menschenkette
  • Abendveranstaltung in Kaiserslautern: Eugen Drewermann, Daniele Ganser
  • Erste internationale Konferenz (Kongress) gegen fremde Militärbasen in Kaiserslautern – Zusammenstellung in Broschüre
  • Friedenscamp mit politischen Veranstaltungen im Camp („Diskussionszelt“) „…

2018: Programmatische Weiterentwicklungen

  • Feb.: Ramstein-Zeitung Nr. 7 – Juni: Ramstein-Zeitung Nr. 8 – Dez. Ramstein-Zeitung Nr. 9
  • Konversionsbroschüre – Erste Fassung (Neufassung Ende 2020)
  • Broschüre zu Militärbasenkongress in Englisch (April 2018)
  • Aktionswoche vom 23.6. bis 1.7.
  • Abendveranstaltung in Kaiserslautern
  • Neu: Friedenswerkstatt in Kaiserslautern
  • Friedenscamp

2019: Fokussierung auf Umweltfragen und das Friedenscamp

  • Mai: Ramstein-Zeitung Nr. 10 mit Schwerpunkt Umweltproblemen durch Militärpräsenz
  • Nov.: Informationsdienst Umwelt und Militär: https://umwelt-militaer.org
  • Internationale Konferenz gegen fremde Militärbasen in Kaiserslautern
  • Abendveranstaltung in Kaiserslautern
  • Demo vor der Air Base
  • Friedenswerkstatt im Camp
  • Beginn der regelmäßigen Exkursionen zum Bismarckturm

2020: Corona-Lockdown auch für Friedenscamp

Öffentlichkeitsarbeit

Auf Basis dieser Broschüre entstand an anderer Stelle (mit beratender Unterstützung von Karl-Heinz Peil) in 2022 eine ähnlich gelagerte: Sozial-ökologische Konversion der Militärregion Hohenfels – Grafenwöhr. Link zur PDF-Fassung: https://umwelt-militaer.org/broschuere-sozial-oekologische-konversion-der-militaerregion-hohenfels-grafenwoehr/

Öffentliche Aktionen

  • Vor der Air Base Ramstein keine Aktivitäten
  • Online Aktionswoche vom 8. bis 11. Juli
  • Runder Tisch Konversion am 11. Sept. in der Apostelkirche KL
  • Verleihung Friedenspreis an Konni Schmidt am 12. Sept. in der Apostelkirche KL
  • „Abendveranstaltung“ online mit Gabriele Krone-Schmalz, Ekkehard Sieker, Dirk Pohlmann und Andrej Hunko
  • Demo / Menschenkette in Berlin (geplant für 25. – 27. Sept.) wurde kurzfristig abgesagt
    International Meeting (Hybrid) in Berlin, Marienstraße 19, am 25. Sept.
  • virtuelles Friedenscamp

2021: Mit Corona-Auflagen wieder im Camp und auf der Straße

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentliche Aktionen

  • Fahrraddemo am 30.4. und 1.5.: Wegen der großen Unsicherheiten bezüglich der in der Aktionswoche zu erwartenden Coronabeschränkungen wurden die Aktionen anders konzipiert. Vorgelagert erfolgten am 30. April und 1. Mai Fahrrad­demo mit jeweils ca. 40 – 50 Teilnehmern, in Verbindung mit Auftakt- und Abschluss-Kundgebung. Ursprünglich als Fahrrad-Marathon konzipiert, erfolgte an beiden Tagen eine jeweils zweimalige Umrundung der Air Base (einfache Fahrradstrecke ca. 22 km). Größte Beschränkung war eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr wegen noch geltender Coronamaßnahmen.
  • Fahrraddemo zum Abschluss der Aktionswoche: Fahrradsternfahrt und Kundgebung. Von Kaiserslautern, Kusel, Pirmasens, Homburg aus zur US-Militärbase Ramstein und um die Base
  • Internationale Konferenz (hybrid) gegen fremde Militärbasen in Kaiserslautern im
    https://visualbases.org/bases/ibc2021/
  • Diese Konferenz erfolgte unmittelbar vor der Abendveranstaltung (am selbigen Ort in der Apostelkirche KL) mit schwacher Beteiligung. Die Organisation als Hybridveranstaltung erwies sich als hakelig.
  • Abendveranstaltung: Die Teilnehmerzahl war durch Corona-Auflagen mit Abstandsregelungen bei der Sitzplatzbelegung begrenzt.
  • Friedenscamp: Die besondere Schwierigkeit lag 2021 darin, dass bis kurz vorher die Corona-bedingten Auflagen noch unklar waren. Beispielsweise musste ein Hygienebeauftragter festgelegt werden und ein Hygienekonzept war zu erstellen.
    Bei den inhaltliche Debatten in der Friedenswerkstatt spielten die Coronamaßnahmen eine wichtige Rolle.
  • Eigener Bericht / Medienecho: https://www.nachdenkseiten.de/?p=74250 (von Reiner Braun)

2022: „Tanz der Toten“ vor der Air Base

  • 30. April: Fahrraddemo (ähnlich wie im Vorjahr)
  • 24. Juni: Abendveranstaltung in Alte Eintracht, Unionstraße 2, KL (Organisation von örtlicher Initiative „Entrüstet euch“)
  • 25. Juni: Demo ab Camp und Bahnhof Ramstein zur Air Base | Rede von Eugen Drewermann bei Kundgebung und abends im Camp
    Medienecho: Diffamierender Bericht des RBB-Magazins Kontraste und daraufhin erfolgte Programmbeschwerde: https://publikumskonferenz.de/forum/viewtopic.php?t=3359

2023: Volles Programm mit Prominenz vor der Air Base

2024: Erstmals Demo in Kaiserslautern

2025: 10-jähriges Jubiläum im Camp